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Variable Sphäre -
eine kinetische Installation in der Johanniterkirche Feldkirch, 2007
Eine große, hängende Kugel kreist im Kirchenschiff. Im Tempo eines Marathonläufers kommt sie auf den Betrachter zu und entfernt sich wieder. Sie hat den Durchmesser von 183 cm (analog zur Körpergröße des Künstlers) und ist in Leichtbauweise aus einem Holzgerüst und einer Haut aus Papier hergestellt. Begleitet wird die Kugel von ihrem fast unsichtbaren Pendant, einer kleinen, zwanzig Kilogramm schweren Bleikugel, die als Gegengewicht dient.
Wie bei einem Satelliten ist deren Umlaufbahn von jener der großen Kugel bestimmt, zugleich reguliert die kleinere die Fliehkraft der kreisenden Papiersphäre. Die beiden bedingen einander, beider Umlaufbahnen werden vom Kirchenraum bestimmt.
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Die große Sphäre wird in der Phase der Annäherung und in der Phase der Entfernung von einem Projektor angestrahlt. An ihr strahlen Bilder ab, die Hubert Lampert im Internet gesammelt hat: Aufnahmen aus der Atmosphäre, Wetter- und Weltraumbilder aus der Zwischenwelt zwischen Erde und Weltall.
Durch ihre beschleunigte Annäherung wird die Bewegung der Kugel körperlich erfahrbar. Diese visuell-körperliche Ebene ist durch eine auditive verstärkt. Eine Toncollage aus Alltagsaufnahmen und Vogelzwitschern wird immer wieder zugeschaltet.
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Das Konstruktive und das Mathematische sind eine Konstante in Hubert Lamperts Arbeit. Bei seiner variablen Skultptur „Klangwürfel“ bilden etwa hohle, mit Holzperlen gefüllte Würfel durch spezifische Anordnungen unbegrenzte variable Strukturen.
In seinen „In-Formations-Bändern“ übersetzt Lampert die Maschinen-sprache der Strichcodes in eine grafisch-figurative Form und bei der Werkgruppe „0+1+1+2+3+5+8+13+X“ (der sogenannten „Fibonacci-Reihe“) orientiert sich Hubert Lampert bei den Konstruktionsproportionen an der Zahlenreihe aus dem Jahr 1202 des italienischen Mathematikers Leonardo da Pisa, genannt Fibonacci.
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Mit seiner kinetischen Skulptur „Variable Sphäre“ thematisiert Lampert die Wechselwirkung von Helligkeit und Dunkelheit, Nähe und Ferne, Geräusch und Stille. Polaritäten werden hier körperlich erfahrbar.
Es ist das Thema der Universalität der Kugel, das den Künstler bei dieser Arbeit interessiert.
Die Kugel, griechisch spahira, steht für Hülle oder Ball. Sie ist seit jeher eine geometrische Form, die sich als Symbol und Anschauungsobjekt für unterschiedlichste Theorien und Philosophien eignet. In der Antike schreibt man der Kugel die Vollendung aller möglichen Formen zu.
Nach Platon waren die ersten menschlichen Wesen kugelförmig und zweigeschlechtlich, wurden aber von Zeus voneinander getrennt, weil ihre Vollendung, Schnelligkeit und Kraft den Göttern zu gefährlich war.
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Die christliche Kosmologie übernahm von der antiken die Vorstellung, die Welt, der Himmel und die Hölle seien in verschiedenen halbierten Hohlkugeln geordnet. Der Bezeichnung Sphären lag die geozentrische Vorstellung zugrunde, dass das Himmelsgewölbe aus konzentrischen durchsichtigen Kugelschalen in verschiedenem Abstand besteht, die sich unterschiedlich drehen und an die Sterne angeheftet sind.
Dem Mathematiker und Theologen Nikolaus Cusanus dient die unendliche Kugel, die sphaera infinita, im 15. Jahrhundert als Bild für Gott, den Kugelgott:
Dem endlichen Betrachter erscheint die unendliche Krümmung gerade; nur wer seine eigenen Gedanken übersteigt, erkennt, dass die Linie sich im Unendlichen zum Kreis biegt.
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Aus der Antike hatte man aber noch eine zweite Deutung übernommen: Die Kugel als Symbol der Schicksalsentscheidung. Sie rollt eigenwillig ihre Bahn, sie erinnert an den Apfel des Paris, der einen Krieg auslöst. Heute noch entscheiden Kugeln beim Lotto, beim Roulette, im Flipper, wo das Glück hinfällt. (Vgl. Johann Ev. Hafner, Die Kugel als religiöses Symbol, 2007)
Der Philosoph Peter Sloterdijk deutet die gesamte europäische Geistesgeschichte als Globalisierung, im Sinne von Verkugelung. Alle Geschichte sei die Geschichte von großpolitischen und sozialen "Sphärenerweiterungskämpfen“. Die morphologischen Leitbilder Sloterdijks sind der Globus und die Kugel. Je unendlicher die Welt wurde, desto mehr suchte der Mensch nach Bergung in einer großen, alles enthaltenden Kugel. (Peter Sloterdijk, Sphären Eine Trilogie, 2004)
Die Bedeutungsgeschichte der Kugel ist vielschichtig. Hubert Lampert fasst sie in einem kurzen, prägnanten Satz zusammen: „Es ist als ob alles drin wäre...“
Mag. Stefania Pitscheider-Soraperra
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Das Objekt, das formal aus der Konzeption der „Informationsbänder/felder“ stammt und hier seine einmalige, ortsbezogene Ausformung erfahren hat, thematisiert die Kompatibilität von Text und Bild. Es entsteht eine Synthese von Semantik und Form, intellektuellem Hintergrund und sinnlicher Oberfläche, eine Metasprache durch Inhalt, Struktur und Raum.
Bei dem Objekt handelt es sich also um einen codierten Text der ein Zitat von Hermann Schulze-Delitzsch (1808 - 1883) zum Inhalt hat und lautet wie folgt:
„Als Marksteine, welche Recht und Pflicht im Leben des Menschen nach allen Seiten hin abgrenzen, gleichsam als Pole der Achse, um welche sich der ganze Prozess in dieser Sphäre bewegt, sind von der Natur die beiden großen Prinzipien der Freiheit und der Verantwortlichkeit gegeben. Auf der Freiheit, verbunden mit der Verantwortlichkeit für deren Gebrauch, beruht die gesunde Existenz des Einzelnen wie der Gesellschaft.“
links: Entwurf für Wandobjekt
Maße: 4,5 x 2,5 m, 420 quadratische Teile, Materal: MDF 16mm, Acryl
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Für den Hof der ALPLA Werke konzipierte ich ein begehbares, linear angeordnetes Informationsfeld. Es besteht aus 69 Einzelteilen und die Blöcke aus schalglattem Beton sind alle gleich hoch und breit, die Längen sind einem logischem Muster folgend speziell ausgeformt.
Was anfänglich wie ein Matrixcode oder eine Modullandschaft aussieht, entpuppt sich vom Eingang aus gesehen als Logo. Dieses aus der Zweidimensionalität bekannte Emblem liegt nun dreidimensional, mystisch real, im schwarzgrauen Kiesbeet des Hofes. Überall schließen sich die Teile zu Linien und Buchstabenformen zusammen.
Meine Intention war, einen interaktiven Raum zu schaffen, wo die Menschen die liegende Skulptur durchwandern oder auf ihr Platz nehmen können. So werden sie ein Teil des Ganzen.
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Die Aura des Informa-
tionsfeldes schafft eine Identität: Wir sind alle Eins und ohne die Anderen sind wir Nichts.
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Der 9 Meter hohe, aus warmgewalztem Stahlblech konzipierte Würfelturm versteht sich als räumliches Zeichen am Hafen, assoziativ einem Leuchtturm ähnlich, strahlt er in der Nacht ein Licht, das sich im Inneren des Turms befindet, vertikal in den Himmel.
Das Konstruktionsprinzip geht von einem imaginären Würfel an der Turmspitze aus und wird mit Linien zur Mitte des Turmsockels verbunden. Die Neigungswinkel der Außenwände wiederholen sich bei den trapezförmigen Öffnungen in den Seitenflächen.
Die Höhenabstände der Ausnehmungen sind rhythmisch im Abstand des Maßes des imaginären Würfels. Die perspektivischen Eigenschaften der Arbeit eröffnen verschiedene impressionistische Tag- und Nachtansichten.
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Die Skulptur wurde im Rahmen des Kunstprojekts „FOEN-X“ (Wettbewerb: sehen, trennen, verbinden) realisiert und durch den Sponsor „Chrysanth Thaler, Stahlbau“ hergestellt.
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Die Skulptur "Millenniums-Kreisel" wurde speziell für den Standort inmitten des Verkehrsstroms, unter Berücksichtigung der Ortsrandsituation und den angrenzenden Technologiepark konzipiert. Daraus resultieren sowohl die räumlichen, als auch inhaltlichen Überlegungen.
Im Oval des Kreisverkehrs sind auf einem imaginären rechtwinkeligen Dreieck drei flächengleiche Elemente konfiguriert. Sie erinnern in ihrer Formensprache (Dreieck, Quadrat, Kreis) und Farbgebung (Gelb, Rot, Blau) an die Gestaltung von Verkehrszeichen und sind Allegorien auf Informatik, Technologie und die Lage Lustenau's am Rhein. An ihrem höchsten Punkt misst die Stahlskulptur 7 m und hat ein Gewicht von ca. 6 Tonnen.
Die im Dreieck integrierte Informationstafel ist dem Ankommenden zugewandt und versorgt mit Hinweisen auf ortspezifische Ereignisse. Die Aktualisierung wird über GSM aus der Gemeindestube gesteuert. Diesem Element ist die Signalfarbe Gelb zugeordnet. Es ist in einem Winkel von 15° aus dem Rahmen "herausgedreht".
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Beim roten Quadrat, dem Träger der Photovoltaik-Anlage, ist die Fläche gekippt, an den Rahmen angelehnt und nach Süden ausgerichtet. Inhaltlich drückt sich darin ein dringlicher Appell an den verantwortungsbewussten Umgang mit unserer Umwelt und die sinnvolle Nutzung regenerativer Energiequellen aus. Die Solargeneratorleistung beträgt 2,52 kWp und wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist.
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Das spielerische Moment in diesem Ensemble ist der Kreis (Blau). Die aus dem Rahmen gelöste Scheibe ist auf den Kreisring schräg aufgelegt. Die fallende Wasserlinie markiert die Mittelachse und dient als Indikator für die Ereignisse in der Natur und deren immerwährenden Kreislauf. Die Witterungsverhältnisse erzeugen ein eigenes Szenario und zeitigen ihre Auswirkungen: Eisbildung im Winter, Lichtreflexionen im Sonnenlicht. das Zerstäuben der Wassertropfen im Wind und das Verdampfen in der Hitze sind einige der potentielle Möglichkeiten, deren exakte Auswirkungen dem freien Kräftespiel der Natur überlassen bleibt.
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Das reliefartige Objekt aus der Konzeption der "Informationsbänder" - in dieser Werkgruppe werden konkrete Aussagen in codierter Form dargestellt - basiert auf dem Binärsystem des ASCII-Codes, dessen Grundelemente sich aus den Zahlen 0 und 1 begründen.
Meine dreidimensionale Umsetzung dieser Computersprache erfolgt in Form von Kugeln (0) und Würfeln (1), deren serielle Anordnung einen visuellen Erfahrungsraum ergeben.
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Je nach Standort des Betrachters ergeben sich unterschiedliche perspektivische Eindrücke; sich veränderndde Lichtverhältnise vertiefen die Impression von Räumlichkeit. Dekodiert eröffnet dieses Informationsband das Postulat "Zeiträume für Inspirationen und Empfindungen".
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Der Dualismus dieses Ortes führte bei meinen Überlegungen zu einer Konzeption mit einem Gegensatzpaar geometrischer Grundformen.
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Der Kreis in sich geschlossen und durch die Geraden nicht darstellbar, sowie das Quadrat die objektivste Form der schematischen Darstellung, bringen zum Ausdruck, dass hier im Eingangsbereich des Spitals die Begegnungen von Gesunden und Kranken, von Personal und Patient, aber auch von Ängsten und Hoffnungen, stattfinden.
Die Frontflächen der Objekte sind in den unbunten Farben Weiß (Hoffnung), die äußeren Begrenzungsflächen in Schwarz (Trauer) gehalten und markieren in ihrer Polarität die Gefühlsextreme.
Die Innenflächen definieren sich durch die Farben Gelb (Wandlung, Dynamik) und Orange (Aktivität, Neubeginn) und lassen so einen stimulierenden Farbraum im Zentrum der Objekte entstehen.
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In einem Quadrat von 3m Seitenlänge steckte Hubert Lampert 144 ca. 4 m hohe Bohnenstangen, die er mit den 4 Landesfarben von D, A, CH, FL, bemalte. Die gepflanzten Bohnen der robusten Sorte "Blauhilde", die bläulich gefärbt ist und beim Kochen ergrünt, wuchsen während der Ausstellung. Gegen Ende verdichtete sich das Bauwerk zu einem vegetativen Kubus, behangen mit Hülsenfrüchten.
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Die Bohnenstangen bilden eine senkrechte Linearstruktur, dienen anfangs als Farbträger und werden im Laufe des Sommers als Konstruktion für die hochwachsenden Pflanzen benötigt (Funktionswechsel).
Die Idee entstammt seiner persönlichen Grenzerfahrung. Die Materialien, Bohnen und Stangen beziehen sich auf Erinnerungen seiner ersten Grenz- bzw. Rheinüberquerung.
H. L.: "Wir Burschen wurden gerade 13, die Beatles brachten "Help" heraus, und ich verdiente mir beim "Böhnala" meinen ersten Transistorradio. Nun stand für mich die Tür zur Welt offen."
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Es handelt sich hier um ein Konzept der Fläche Raum Beziehung unter besonderer Hervorhebung der Farbe am Beispiel des Drei, Vier, Fünf- und Sechsecks.
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Das "natürliche Raummass", der Kubus (1 x1 x 1 m) liegt den Objekten zugrunde, Volumen und Flächenanteile sind bei allen Körper gleich.
Das Farbkonzept ereignet sich im Zentrum der Objekte. So sind z.B. im Dreieck die Primärfarben (Gelb, Rot, Blau) enthalten und setzen sich in den weiteren Körpern jeweils mit den ersten Mischfarben (Grün, Orange, Violett) fort.
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Das Objekt besitzt eine quadratische Grundfläche, in den Seitenflächen ergibt sich das Goldene Rechteck.
Aus diesem Plattenstapel schält sich ein eiförmiger Körper. Dieser Körper wird wiedewrum in derselben Stapelkonstruktion daneben aufgebaut. Die nun sichtbare Form wiederholt das sie bedingende Konstruktionsprinzip. Der Prozess des sich aus der vorhergehenden Form herausschälenden Körpers wird in der Vertikale fortgesetzt. Konstruktionsbedingt verjüngen sich die Objekte und mutieren zu einer tannenzapfenähnlichen Restform.
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Schnittmuster: Alle Teile werden aus 23 quadratischen Flächen gesägt.
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