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Rezension anlässlich der Ausstellung im "Haus für konstruktive und konkrete Kunst ", Zürich, 1992
Hubert Lampert (geb. 1953) reduziert sein Vokabular seit 1988 ausschliesslich auf den Kubus im Standardmass 1qm den er in der konnotationsreichen Betitelung "Würfel" verwendet und die Farben Schwarz, Weiss, die Grundfarben und ihre ersten Mischfarben.
Er schneidet den Würfel ein, vervielfältigt ihn durch Teilungen, fügt die Einzelteile zu neuen Konstellationen im Raum. Ein lebensgrosser Spielbaukasten öffnet sich vor unseren Augen. Die Arbeiten demontieren eine uns allen bekannte Form über die Teilung in Fragmente. Einzelteile erhalten Gewicht und ermöglichen die Konstruktion einer neuen plastischen Form. Jeder bearbeitete Würfel wird zur virtuellen Möglichkeit des Ideals eines Kubus, wird "auseinandergenommen" zum Spielfeld vieler Möglichkeiten. In der räumlichen Anschauung erschaffen wir uns die Würfel neu. So entsteht ein spielerisches Szenario, das die Mobilität in Raum und Zeit über die Möglichkeit der variablen Plazierung der Teile beinhaltet und die Bedingungen der Sichtbarkeit der Form im und durch den Raum formuliert. Dies wird nochmals sichtbar, wenn der Künstler die Vermischung von zwei- und dreidimensionalen Wüfeldefinitionen zeigt, indem er den Würfel als optisches Verwirrspiel in seinen Umrisslinien ausführt.
Der Würfel fungiert als "Nullform" eines bekannten Zeichens, dessen Bedeutungsgehalt durch die individuelle Erforschung immer wieder neu formuliert werden kann. Die Auseinandersetzung mit dem Bekannten ermöglicht uns eine Differenzierung, nämlich das Neue, immer wieder andere daran zu entdecken. Hubert Lamperts Würfelkonstruktionen und Dekonstruktionen sind so ein eigentliches Unternehmen zur Wiedereinsetzung von Form.
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