|
| |
| Bei dem Klangwürfel-Projekt handelt es sich um eine 200-teilige, modulare Konzeption, deren temporäre Metamorphosen hier dokumentiert sind. Die Hälfte dieser variablen Skulptur wird einzeln, als ein Teil der Gesamtskulptur, an die Sammler weitergegeben und erfahren dadurch eine neue, imaginäre Formation, deren Streuung nicht mehr bestimmt werden kann. |
 |
|
| |
|
| |
|
 |
|
1997 entstand aus der Konzeption „Informationsbänder/felder“ von Hubert Lampert eine aus 200 weißen Würfeln (1dm3) bestehende Skulptur. Genauer gesagt handelt es sich um Klangwürfel, d. h. um Kuben mit einem Hohlraum. Darin befinden sich Holzperlen, die an Metallstifte stoßen können, so dass durch Aufheben und Bewegungen der Würfel zum Klingen gebracht werden kann. Der Künstler verleiht dadurch der strengen Konzeption eine zusätzliche spielerische Note.
|
|
| |
|
|
Diese Würfel sind imstande, unbegrenzte variable Strukturen durch spezifische Anordnungen zu bilden, deren Bedeutungen erst sichtbar werden, wenn eine Begehung der Skulptur im Raum stattfindet. Zunächst erscheinen die weißen Kuben nur in linear-bipolarer Form, d.h. entweder aneinander gereiht oder auseinander gerückt; sie lassen ein System vermuten, dessen Funktion aber noch unsichtbar bleibt.
|
| In der Skulptur „TEILEN“ als einer möglichen Variante derGesamtskulptur, in diesem Fall bestehend aus 142 Klangwürfeln entcodiert sich die Bedeutung beispielsweise erst aus einer entfernteren Position im Raum. Der Betrachter muss sich also in Bewegung setzen, kann zwischen den Elementen der dreidimensionalen Auslegearbeit oder um und durch dieselbe gehen, um die Stelle zu finden, von wo aus sich sozusagen überraschend ein sprachlicher Ausdruck formiert.
Der sich so dem Blick freigebende Code, bzw. hier das Wort „TEILEN“, enthält noch eine von dem Künstler bewusst angesprochene mehrschichtige Information, wie „Teilen als mathematische Operation“, „als biologisches Universialgesetz“, oder „als ethische Grundhaltung“. Sie verweist so noch zusätzlich über die Bedeutung der räumlich angeordneten Struktur hinaus auf eine Semantik begrifflicher Strukturen, d. h. hier auf zu eruierende Wortbedeutungen.
|
 |
| Über einen Zyklus von sechs Ausstellungen (entsprechend den sechs Seiten der Würfel) plant der Künstler die Ent-Bindung der dreidimensionalen Struktur und des Codes. Die erste Ausstellung mit dem Titel „TEILEN“ im Künstlerhaus Bregenz 1998 versteht der Künstler zugleich als Programm für Sammler, durch Erwerb eines oder mehrerer Klangwürfel an der Gesamtskulptur zu partizipieren. |
|
Jede Würfelseite hat eine Aufschrift in Siebdruck, versehen mit dem Namen des Künstlers, dem Titel der jeweiligen Ausstellung, dem Ausstellungsort und -raum, dem Jahr und der Anzahl der bisherigen Ausstellungsstationen. In diesem Sinne ist die durch die Sammler sich verstreuende Skulptur imstande, eine über ihre ursprünglichen Raumkonstellationen und temporären Stationen hinausgehende übergreifende Struktur von Formationen zu bilden und ein Informationsfeld über die Topographie ihrer Teile aufzubauen.
|
 |
|
|
|
|
|
 |
|
„WEISS“ war der Titel einer thematischen Ausstellung, zu der die Galerie „c.art“ 19 internationale Künstler (Max Bill, Gottfried Honegger, Heinz Mack, Günther Uecker, Tone Fink, Ingo Nussbaumer, Michael Mittermayer, Miriam Prantl, Karl Heinz Ströhle, David Murray, Alexandra Wacker u.a.) einlud, Position zur Farbe Weiß zu beziehen. Ich entschied mich für eine Klangwürfel-Installation, die einem imaginären Schachbrett folgend, auf dem graugestrichenen Fußboden ein Muster bildete. |
|
| Dieses konnte während der Ausstellung von den Besuchern beliebig oft neu formiert werden. Die dadurch in Bewegung geratenen Würfel erzeugten Klänge, die, je nach Anzahl der beteiligten Personen und Temperamente, ein außergewöhnliches und überraschendes Hörerlebnis hervorbrachten.
Wöchentlich legte ich neue Varianten, mal sternförmig, mal als Zeichen oder als sich überkreuzende Linien. Es ist nicht bekannt, wie viele „Zwischenbilder“ während der Ausstellung durch Umlegen durch die Besucher entstanden sind.
|
 |
|
    |
|
| |
|
|
|
|
|
| |
|
|
|
 |
|
In der Ausstellung „Von Angesicht zu Angesicht“, in der die Arbeiten aus der „Oxymoron-Portrait-Serie“ präsentiert wurden, nützte ich die Schaufenster-Situation zu einer Installation mit 130 Klangwürfeln, die in einer seriell aufgebauten Anordnung eine Progression darstellten. |
|
| |
|
|
Die Länge, bzw. Breite des Fensterbrettes war als vorgegebenes Maß bestimmend und ließ eine Formation mit 13 Reihen zu je 4 Stück zu. Deren Zwischenräume waren mit den Klangwürfelmaßen identisch. Inspiriert von der „Synergetik der Systemkomponenten in der epigenetischen Musterbildung“ inszenierte ich die Kuben einer Computersimulation ähnlich.
|
|
Solche Ansätze sind Teil einer jungen Wissenschaftsdisziplin, die man als Systemanalyse bezeichnet und die sich formal-mathematischer Methoden bedient. Die fortschreitende Steigerung der Reihenhöhen wurde durch Erweiterung von jeweils einem Klangwürfel erzielt.
|
 |
 |
|
| |
|
|
|
|
 |
|
Die Ausstellung „CODES“ stand ganz im Zeichen von Informationen, die in den Zeichnungen zu bildgewordenen Texten mutierten und als Verdichtung, Abstraktion und Verschlüsselung dargestellt sind.
In ihnen kommen Schriftsteller, Künstler und Wissenschaftler ebenso zu Wort, wie Aussagen des Künstlers selbst. Er überlagerte auf einer Fläche von 1m2 vier „Textflächen“, die zwar nach dem ASCII-Code zu dechiffrieren wären, aber durch deren Überlagerung zu einer unentschlüsselbaren Anhäufung von Klangwürfeln führte und eher an eine architektonisch Formation erinnerte, als an ein Textobjekt.
|
|
|
|
|
| Ausschließlich in den Konstruktionszeichnungen realisiert der Eingeweihte den Anfangstext einer sich im Laufe der Zeit stets anwachsenden Litanei über des Künstlers persönliche Empfindungen und Erfahrungen bezüglich des aktuellen Kunstbetriebes. |
|
Die ersten 4 Zeilen sind im Objekt dargestellt und lauten: „Feinde der Kunst! Der Geschmack der Gremien, die Meinung der Juroren, das Wissen der Fachrichter…“
|
 |
 |
|
| |
|
|
|
 |
|
Der Abschluss des Klangwürfel-Projektes, das vor 10 Jahren begann und davon die meiste Zeit in der kompaktesten Form, nämlich in Umzugsschachteln verstaut, im so genannten „Warteraum“ (Lager) verbrachte, bilden die letzten Auslegevarianten im neu bezogenen Atelier.
Es entstanden Formationen nach chinesischen Schriftzeichen, städtischen Ordnungsstrukturen und eine Serie von Metamorphosen von zweidimensionalen Flächen zu dreidimensionalen Räumen.
|
|
| Es ist, als ob alles auf eine neue Schiene gebracht wird. In den noch leeren Räumen der Ateliergemeinschaft installierte ich als Abschluss 2 Kreisringe, die tangential die zukünftige Bilderwand berührten und in weiterer Folge sich ins Zentrum des Raumes fortsetzten, wo sie sich als Kreise um die tragende Säule in der Raummitte formierten. |
 |
|

|
|
Hier trafen sie auf die inzwischen herbeigebrachten Utensilien meines Atelierkollegen, dem Komponisten Gerald Futscher. So schloss sich der Kreis und das Projekt konnte beendet werden.
|
 |
 |
|