ALPLA Informationsfeld
   
Nun liegt es also da, das Informationsfeld. Ruhend im Tageshell strahlt es in den ihn umgebenden Raum, der eigentlich ein nach Westen hin offener Hof ist. Die Bodenskulptur, aber auch Wind und Wetter bestimmen von nun an über Wirkung und Atmosphäre dieses Ortes.
 

Der Schlagschatten des einfallenden Sonnenlichtes lässt das linear angeordnete Feld graphisch erscheinen; vorüberziehende Wolken treiben ein Spiel von sich wechselnden Bedingungen und lösen die scharfen Schatten in Nichts auf. Oder ein anderes Mal prasselt der Regen auf die Oberfläche der Teile, die Nässe lässt den Kiesboden schwarz werden und  verkehrt das Hellgrau der Teile zum Dunkelgrau. Jahreszeitlich bedingte Elementarereignisse hinterlassen ihre Spuren, die liegende Skulptur erweist sich als sensorische Referenzfläche, deren Interaktion unterschiedlichste Erscheinungsformen des Platzes hervorrufen.

Doch was stets gleich bleibt ist die der Skulptur innewohnende Ordnung, das System der geometrischen Struktur des Feldes. Die Form ist konstant. Die Auslegung der Teile eine Konstruktion mit einer einzigen konkreten Aussage.

Das begehbare Informationsfeld setzt sich aus 69 Betonblöcken zusammen, es ist 23 Tonnen schwer, die Teile sind alle gleich hoch, die Abstände der Zeilen verhalten sich in einer Richtung rhythmisch, wobei sich die Breite der Blöcke zu den begehbaren Gängen in einem Verhältnis von 3:5 verhält. (Teil der Fibonacci-Zahlenreihe,  1+1+2+3+5+8+13...)

Die Abstände der Teile innerhalb einer Zeile verändern sich, die Betonkörper werden enger oder breiter und verbinden sich sogar zu Langformen. Das Arrangement ähnelt einer codierten Formation  mit verschiedenen Modulen.

Schaut der Betrachter vom Parkplatz kommend zur Skulptur, ergibt sich ein diagonaler Blick auf den ca. 900 m2 großen Platz. Die strenge Geometrie der Auslegearbeit scheint aufgehoben. Die Einzelteile, die für die zahlreichen Niederlassungen des Unternehmens auf der ganzen Welt stehen, verbinden sich optisch zu Zickzacklinien, aus scheinbaren Einzelteilen wird etwas Unerwartetes, welches einer Gesamtheit folgt. Diese Metamorphose lässt eine lesbare Form erahnen.

Der aufmerksam gehende Beobachter hat zu diesem Zeitpunkt schon die permanente Veränderlichkeit der architektonischen Modullandschaft entdeckt. Die nach oben hin offene Konfiguration verdichtet sich nach unten hin. Das System erzeugt Spannung zwischen noch undurchschaubarer Gesetzmäßigkeit der geometrisch minimalen Formen und deren möglicher Entcodierung. Was verbirgt sich hinter der weitläufigen Auslegung einer großen Anzahl von Betonelementen? Wie soll dieses dynamische Kraftfeld in seiner ganzen Komplexität gelesen, erfahren und begriffen werden? Was ist die ihr innewohnende Absicht?

Direkt vor dem Eingang befindet sich der Erkennungspunkt der Arbeit. Dem Betrachter erschließt sich plötzlich das durch seine Gehbewegung kinetisch wirkende Modulfeld zu einem Schriftzeichen, das Firma- Logo erscheint. Nun liegt das aus der Zweidimensionalität bekannte, jetzt aber mystisch reale Bild dreidimensional zu seinen Füßen. Überall schließen sich die Elemente zu Linien und Buchstabenformen zusammen.

Wenn der Betrachter aus einem der oberen Stockwerken auf die trapezförmige Grundfläche des Objektes blickt, erkennt er, dass das Informationsfeld aus der Mitte des quadratischen Hofes gerückt und diagonal verdreht positioniert ist. Diese Platzierung des seriellen Feldes schafft  einen Freiraum vor dem Eingang; die Verdrehung des Objekts auf die Achse Nordost - Südwest erzeugt Dynamik und steht für Weisheit und Fortschritt, Anfang und Reife, Kommen und Gehen.

Vom Zentrum des Informationsfeldes aus betrachtet fluten die Reihen in alle Richtungen. Beim Niedersetzen fühlt der Besucher die Beschaffenheit des schalglatten Betons. Die Kanten sind gerundet. Viele Teile haben abgewinkelte Seitenflächen, andere, am oberen und unteren Rand der Skulptur, weisen übergangslose Radien auf. Es gibt kurze und lange Teile.

Meine Intention war, das Feld als interaktiven Raum, in dem auch der Mensch zu einem Teil des Ganzen wird, zu konzipieren. Ich denke, die Aura dieses Skulptur-Raumes schafft eine Firmen-Identität; wir sind alle Eins und ohne die Anderen sind wir Nichts.
 

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